Business-IT
13.01.2022
Digital Employee Experience

Frustrierte Mitarbeiter kündigen oft wegen unzureichender IT

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Billion Photos / Shutterstock
Eine unzuverlässige IT sowie mangelnde IT-Ausstattung gehören zu den wichtigsten Gründen für Mitarbeiterfluktuation. Zukunftsorientierte Unternehmen ziehen hieraus ihre Konsequenzen und investieren in ein positives Mitarbeitererlebnis.
Täglich hakt die VPN-Verbindung und das Bild bei Videokonferenzen setzt immer wieder aus – Probleme wie diese sorgen bei vielen Mitarbeitern für steigenden Frust. Die Folge: Fluktuation und Burnout – Faktoren, mit denen viele Unternehmen vermehrt zu kämpfen haben. Unzuverlässige IT am Arbeitsplatz sowie eine mangelnde IT-Ausstattung sind hierfür der drittwichtigste Faktor nach schlechter Bezahlung und der Arbeitskultur.
Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Digitale Eigensabotage und die Folgen für Unternehmen“ der Marktforscher von Vanson Bourne im Auftrag des Cloud-Unternehmens Nexthink. Demnach würden 20 Prozent der befragten Mitarbeiter und IT-Entscheider aus Deutschland, England, Frankreich und der USA ihren Arbeitsplatz wegen einer schlechten IT-Erfahrung aufgeben. Bei den jüngeren Angestellten im Alter zwischen 25 bis 34 Jahren liegt die Bereitschaft zur Kündigung sogar bei 28 Prozent.
  • 40 Prozent der Mitarbeiter haben mindestens einmal wöchentlich mit IT-Problemen zu kämpfen.
    Quelle:
    Nexthink / Vanson Bourne
IT-Probleme schränken die Produktivität ein, erzeugen Unzufriedenheit und ein negatives Mitarbeitererlebnis, sprich eine schlechte Digital Employee Experience (DEX). Doch was verbirgt sich dahinter? Employee Experience beschreibt die Sicht von Angestellten auf ihr Unternehmen und umfasst alle Erfahrungen, die ein Mitarbeiter mit seinem Arbeitgeber sammelt. Es geht um eine Arbeitsumgebung, in der sich die Mitarbeiter wohlfühlen und effizient arbeiten können.

DEX als wichtige Disziplin

Die Ergebnisse zeigen, dass eine Digital Employee Experience für Unternehmen immer wichtiger wird im Kampf um die Fachkräfte. Und vor allem mit der Weiterentwicklung neuartiger, innovativer Arbeitsumgebungen sind Unternehmen gefordert, Remote- und Hybrid-Working sowie Büroarbeitsplätze für ihre Mitarbeiter bedarfsgerechter, zuverlässiger und flexibler zu gestalten.
In einigen Fällen ist die schlechte Arbeitserfahrung unter den Mitarbeitern auch hausgemacht: Erstaunliche 82 Prozent der befragten leitendenden IT-Entscheider sind der Ansicht, dass die Mitarbeiter in ihrem Unternehmen nicht erkennen, wie oft sie selbst die Ursache für frustrierende IT-Erfahrungen sind. Die Studie zeigt, dass Mitarbeiter zum Beispiel gerne mal persönliche Dateien auf Arbeitsgeräten speichern, IT- und Sicherheitsmeldungen auf Bildschirmen zu lange zu ignorieren oder persönliche Konten auf öffentlichen Filesharing-Plattformen für die Aufbewahrung von Arbeitsdokumente nutzen.
Zudem versuchten laut der Studie Angestellte IT-Probleme oft selbst zu lösen. Mehr als die Hälfte der Befragten versucht zuerst einen Neustart und fragt Kollegen, ob sie auch Probleme haben – was allerdings daran liegen könnte, dass sie nicht selten das Gefühl dürften, dass die IT-Abteilung sich ihrem Problem nur mit viel Verzögerung widmen wird. Die Studie spricht hier von unbeabsichtigter „digitalen Eigensabotage“ nennen: Mitarbeiter schwächen ihre eigene Produktivität und verschwenden zudem die Zeit ihrer Kollegen.
  • Ein Großteil der IT-Probleme betrifft die eingesetzte Software.
    Quelle:
    Nexthink / Vanson Bourne
Kritisch: Oft wissen Angestellte nicht, an wen sie sich bei Problemen wenden können. Nur 32 Prozent der Mitarbeiter wissen laut Nexthink, dass ihr Unternehmen in der IT-Abteilung spezielle Ansprechpartner für die digitale Mitarbeitererfahrung hat. „In Kombination mit der Aussage von Mitarbeitern, dass sie ihren Job wegen einer schlechten IT-Erfahrung verlassen würden, sollten Unternehmen ein unzureichendes IT-Erlebnis in diesen Zeiten des Umbruchs nicht riskieren“, resümiert Yassine Zaied, Chief Strategy Officer von Nexthink. Die anhaltende Pandemie und das daraus resultierende Homeoffice hätten die Bedeutung von Employee Experience in den Vordergrund gerückt – „insbesondere geht es auch um die Rolle der IT, die Mitarbeitererfahrungen positiv oder negativ beeinflusst.“ Schließlich seien digitale Umgebungen das Bindeglied zwischen Mitarbeitern und dem Unternehmen.
Weitere Details zum Thema Digital Employee Experience lesen Sie in der kommenden Ausgabe 2/2022 der com! professional, die am 4. Februar erscheint. Ein ausführlicher Artikel erläutert, wie man DEX als IT-Disziplin etabliert und stellt Plattformen für Employee Experience vor.